Kirchen Bern Jura Solothurn

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Wer ist die Kirche?

Die Kirche ist die Gemeinschaft von Menschen, Frauen, Männern und Kindern, die dem Evangelium Gehör schenken und danach leben.

Sie glauben an Gott, bekennen sich zu Jesus Christus und vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes.

Sie orientieren sich an der Vielfalt des biblischen Zeugnisses Alten und Neuen Testaments.

Der Auftrag der Kirche

Verkündigung

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn verkündigen das Evangelium von Jesus Christus.

Reformierte Kirche als Konfession

Reformiert zu sein war in den Anfängen des 16. Jahrhunderts und in deren Folge ein konfessionelles, heute ist Reformiert-sein ein gesellschaftliches Profil.

In der Auseinandersetzung mit der Kirche des Papsttums formulierte die reformierte Kirche zusammen mit den anderen evangelischen Kirchen einige profilierte Ausschliesslichkeiten: Allein die Schrift, allein aus Glauben, Christus allein.

Sola scriptura

Mit der Devise, dass die Bibel als heilige Schrift die einzige verbindliche Norm sei für das Leben und den Glauben der Kirche und ihrer Glieder, entzog sie den Bischöfen und dem Papst als den kirchlichen Autoritäten die Befugnis, in Fragen des Glaubens und des Lebens Vorschriften zu erlassen. Die Heilige Schrift galt als der alleinige Massstab, nach dem die Kirche zu erneuern und fortan zu leiten und zu gestalten sei. Alle Theologie wurde biblische Theologie. Kirchliche Tradition wurde als Interpretationshilfe der Bibel abgelehnt. Es galt allein das Wort.

Sola fide, sola gratia

Insbesondere Martin Luther, aber nicht minder auch die reformierten Kirchen lehrten die Rechtfertigung des Sünders allein aus Glauben. Verdienstliche gute Werke wie Almosen, das Hersagen von vielen Gebeten, Wallfahren zu unternehmen und Heiligenbilder zu spenden dienten in keiner Weise zur Seligkeit. Mit Gott sollte nicht verhandelt, auf Gott sollte vertraut werden.

Solus Christus

Die Betonung, allein der Glaube führe zur Seligkeit, gründete auf dem evangelischen Gedanken, dass Christus allein der Erlöser der ohne ihn zu ewigem Tod verurteilten Menschheit ist. Was er und zwar er allein durch sein Leiden und Sterben erbracht hat, hat Gültigkeit zur Vergebung der Sünden und zur Erlösung vom Tod. Damit war auch abgelehnt, dass es verdienstliche gute Werke der Heiligen gäbe, die von der Kirche verwaltet würden und anderen Menschen zu Gute kämen. Auch die Fürbitte Marias und der Heiligen und deren Anrufung wurden abgelehnt. Christus gilt als der einzige und alleinige Mittler zwischen Gott und Mensch.

Die Ausschliesslichkeiten der Reformation des 16. Jahrhunderts mögen heute befremden. Bedenkenswert wären sie indessen nach wie vor in einer Zeit, die an die Machbarkeit aller Dinge glaubt und damit die Menschen dem Schicksal fremdbestimmender Autokraten ausliefert oder der eigenen Überforderung.

 

Reformierte Kirche als gesellschaftlich offene Kirche Heute reformiert zu sein, ist weniger ein zwischenkirchliches, als vielmehr ein gesellschaftliches Profil. Die reformierte Kirche will als eine ökumenisch und gesellschaftlich offene Kirche, eine Kirche der Freiheit, der Hoffnung und des Friedens verstanden werden.

Kirche der Freiheit

Die neue Religiosität der postmodernen Gesellschaft ist ein Phänomen, das sich auch innerhalb der Kirche manifestiert. Die Menschen orientieren sich selbständig. Zu Recht lehnen sie ab, was autoritär und ausschliesslich daher kommt. Reformiert zu sein bedeutet, dass wir als Kirche in ihrer volkskirchlichen Erscheinungsform die Vielfalt an Glauben und gelebter Frömmigkeit integrieren und anders Glaubenden nicht die Türe weisen. Als reformierte Kirche bieten wir das Evangelium als Lebensmöglichkeit so an, dass es Menschen, die mit ihrer religiösen Herkunft Mühe haben, nicht als überholte Wahrheit erscheint, sondern als Wahrheit, die sie befreit, und die es wert ist, sich mit ihr auseinander zu setzen.

Kirche der Hoffnung

Die reformierte Kirche übt theologisch und in Glaubensfragen keinen Zwang aus. Sie nimmt die Not der Welt und des Lebens ernst, ohne in der Frage des „Warum?“ einfache Erklärungen zu präsentieren. Ihre Verkündigung, die Begleitung der Menschen und das soziale Engagement richtet sie aus nach dem Massstab des Menschen Möglichen. Sie weiss aber, dass Welt und Wirklichkeit nicht in der Verfügung der Menschen stehen. Sie vertraut auf das Wirken des Heiligen Geistes und ist dafür offen, ihn walten zu lassen. Die reformierte Kirche ist eine Kirche der Hoffnung.

Kirche des Friedens

Die reformierte Kirche versteht das Evangelium von Jesus Christus als eine Botschaft des Friedens. Sie tritt ein für den ökumenischen und interreligiösen Dialog, weltweit und bei uns, und interkulturell für Verständigung und Versöhnung.

Kirchliche Fest- und Gedenktage

Die beiden höchsten Feiertage des Christentums sind Weihnachten, der Tag der Geburt Christi, und Ostern, der Tag seiner Auferstehung. Nach diesen beiden Festtagen richtet sich das Kirchenjahr. Es beginnt mit dem ersten Advent und endet eine Woche vor dem ersten Advent des folgenden Jahres mit dem Ewigkeitssonntag.

Die Weihnachtszeit

Die Weihnachtstage dauern vom 1. Advent (vierter Sonntag vor Weihnachten) bis Epiphanias, beziehungsweise dem Dreikönigstag am 6. Januar des auf Weihnachten folgenden neuen Jahres.

Die Osterzeit

Die Ostertage beginnen in der reformierten Kirche mit dem Palmsonntag und enden an Pfingsten, 50 Tage nach Ostern. In der katholischen Kirche geht die Fastenzeit voraus, beginnend am Aschermittwoch, die 40 Tage vor Ostern.

Während Weihnachten auf den 25. Dezember fest datiert ist, variiert das Osterdatum und damit die ganze Osterzeit. Ostern ist definiert als der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Frühlingssonnenwende (21. März).

Gefeiert werden in der reformierten Kirche:

  • Palmsonntag (1 Woche vor Ostern)
  • Gründonnerstag (Donnerstag vor Ostern)
  • Karfreitag (Freitag vor Ostern. Die sieben Tage von Palmsonntag bis Samstag vor Ostern werden Karwoche genannt. Sie sind, was man die Passionszeit nennt)
  • Ostern
  • Auffahrt (40 Tage nach Ostern, immer an einem Donnerstag)
  • Pfingsten (siebenter Sonntag nach Ostern)

Die Sonntage nach Trinitatis

Wenig im Bewusstsein und auch nicht als eigentliche Festzeit begangen wird in der reformierten Kirche der Zyklus, der mit dem Sonntag Trinitatis beginnt (Sonntag der heiligen Dreieinigkeit, eine Woche nach Pfingsten. Beachtung mit entsprechender Feierlichkeit finden in dieser Zeit:

  • Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag am 3. Sonntag im September
  • Der Ewigkeits- beziehungsweise Totensonntag am Sonntag vor dem ersten Advent).

Die hohen Festtage

Als hohe Festtage gelten in der reformierten Kirche Weihnachten, Palmsonntag, Karfreitag, Ostern, Auffahrt und Pfingsten. Der Bettag gilt ebenfalls als hoher Festtag.

Das Kirchenjahr

Die Feste / Festzeiten im Kirchenjahr gründen

  • entweder in Ereignissen, die durch die Bibel bezeugt sind,
  • oder in meist jahrhundertealten Traditionen.

Das konkrete Datum eines Festes ist in der Regel nicht streng historisch begründbar, sondern durch Übereinkunft christlicher Kirchen zustande gekommen.

Das Kirchenjahr ist eingeteilt in drei grosse sog. Festkreise:

  • Weihnachtsfestkreis
  • Osterfestkreis
  • Trinitatisfestkreis (Trinitatis = das Fest des dreieinigen Gottes)

In der Kirche des Mittelalters haben sich die sog. Kirchenfarben herausgebildet, d.h. den verschiedenen Kirchenfesten oder auch ganzen Abschnitten in den Festkreisen wurden bestimmte Farben zugeordnet.

Mit der Heiligenverehrung hat die Reformation, die in unseren Breitengraden vorherrschend war, auch das Kirchenjahr beinahe "abgeschafft"; denn das Kirchenjahr war geprägt von Heiligenfesten. Selbstverständlich beging auch die reformierte Kirche die grossen Feste weiterhin.

Aber das Kirchenjahr mit seinen zusammenhängenden, aber in der Stimmung doch so unterschiedlich geprägten Festkreisen, mit seiner Symbolik und sein zyklischer Charakter gerieten fast in Vergessenheit.

Erst in den letzten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts wurde das Bewusstsein fürs Kirchenjahr bei uns wieder belebt und vermehrt gepflegt. Auch die Farben wurden teilweise wieder eingesetzt; allerdings immer noch sehr zurückhaltend, wie es der nüchternen reformierten Gesinnung entspricht.

Die grundsätzliche Bedeutung der Kirchenfarben:

violett = Farbe der Passion

weiss = Farbe der Christusfeste

rot = Farbe der Kraft Gottes, des Heiligen Geistes

grün = Farbe des Wachsens und des Reifens (grün ist sozusagen die „Alltagsfarbe“ im Kirchenjahr)

schwarz = Farbe der Trauer (die evangelischen Kirchen haben in den letzten Jahrzehnten schwarz i.d.R. durch violett ersetzt).

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Pillonstrasse 1

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Pfarrer Peter Klopfenstein

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