Pfarrerweiterbildung im Congo

A K T U E L L !

Beatrice und Klaus Völlmin sind mit der Kirchgemeinde Gsteig noch heute verbunden, wirkten Klaus Völlmin doch hier als Gemeindepfarrer. Sie haben in unserer Kirchgemeinde über ihr Projekt mehrfach berichtet.


Der zehnte cpt-Kurs im Congo!

Am 10.April 2015 hat in Kisangani der zehnte cpt-Kurs angefangen! Wir sind glücklich, allen unseren Freunden diese Mitteilung machen zu können. Die Hauptverantwortung liegt in den Händen von Alfred Mbuta, der mit den beiden Co-leitern Dido Makila aus Kinshasa und Tsongo Kasereka aus Bunia am Werk ist.


Samuel Aluta, wohnhaft in Kisangani – selber auch auf dem Weg zum Kursleiter – ist verantwortlich für die äusseren Gegebenheiten des Kurses. Die Kontakte mit den örtlichen Verantwortlichen von Kirche und Staat, sowie mit den Spitälern haben bereits auf befriedigende Weise stattfinden können.


Als Tagungsort dient der Kursgrupe des Zentrum der Priester von Combonien etwas ausserhalb der Stadt, die Seelsorgearbeit können die Kursteilnehmer in drei Spitälern wahrnehmen: im örtlichen, katholischen Kinderspital, dem katholischen Centre de Simama, einer Klinik für Menschen mit Behinderungen (wo auch körperbehinderte Menschen arbeiten!) und der dritte Ort ist das grosse, protestantische Spital CELPA. Überall hat Samuel Aluta gute Vorarbeit geleistet, die Türen stehen der Ausbildung erfreulicherweise weit offen!


Die Zahl der Teilnehmenden liegt bei elf Personen, alle aus der Region von Kisangani, Einschreibungen lagen 18 vor, doch eine Reihe von ihnen konnten sich kurzfristig nicht freimachen oder erhielten keine Erlaubnis zur Teilnahme.  Leider fehlen Teilnehmende aus der katholischen und der kimbanguistischen Kirche, die Gründe dafür sind glücklicherweise nur organisatorischer Art. Doch für die Betreffenden ist es bedauerlich.


Worum geht es in der Seelsorgeausbildung (in der Tradition des clinical pastoral training)

Es war eine starke Erfahrung des amerikanischen Pfarrers Anton Boison während seiner Krankheitszeit in einer psychiatrischen Klinik erleben zu müssen, dass wohl Pfarrer die Kranken besuchten, aber dabei in keiner Weise auf das Ergehen des Kranken eingingen. Das Modell der Seelsorgeausbildung schaute Boison der klinischen Ausbildung von Medizinstudenten ab: eine direkte Auseinandersetzung mit von Krankheit getroffenen Menschen unter Begleitung erfahrener Kollegen. Dieses Grundmodell hat auf allen fünf Kontinenten gute Aufnahme und viele Nachahmer gefunden. Nun auch in der demokratischen Republik Congo! Die Not kranker Menschen mitfühlen, das ist das Thema dieser Ausbildung.


Congo

Ein grosses Land, seit 1960 von Belgien unabhängig. Vier mal so gross wie Frankreich mit 68 Mio Einwohnern. 69% der Menschen sind unterernährt. Von vier Kindern leiden drei an Mangel-ernährung. Das Strassennetz ist in marodem Zustand, ähnlich die Fahrzeuge. Industrie gibt es keine, die Bodenschätze werden von internationalen Konzernen ausgebeutet. Das Land selbst profitiert davon kaum. Vom Land sind die Leute in die Städte „geflohen“:  Kinshasa wuchs innert 10 Jahren von 3 auf 13 Mio Einwohner an! In der Stadt erhofft sich jeder mit irgendetwas handeln zu können. Da so viele das gleiche wollen, schaut dabei fast nichts heraus.  - Die verschiedenen Kriege seit der Unabhängigkeit 1960 haben viel Schrecken verbreitet, Menschen umgebracht und eine riesige Zahl von Frauen, Kindern und Männern traumatisiert.


Kursarbeit

Der Verantwortliche für Pfarrerweiterbildung der evangelischen Kirche im Congo (ECC) Alfred Mbuta hat sich 2008/2009 in der Schweiz umgesehen nach einer Weiterbildung. Er fand die Antwort durch die beiden Kursleiter Jean-Claude Schwab, Neuenburg und Klaus Völlmin, Grosshöchstetten. Sie leiteten je 2010, 2011 und 2012 einen Sechswochenkurs in der Hauptstadt.


Seit 2012 ist Alfred Mbuta als Kursleiter anerkannt. Damit konnte ab 2013 das Kursangebot erweitert und auf das ganze Land ausgedehnt werden. Mittlerweile finden die Kurse nebst Kinshasa auch in Kisangani (im nördlichen Zentrum), in Mbuji-Mayi (südliches Zentrum) und in Goma (ganz  im Osten) statt. Diese Aufteilung ermöglichte es, dass in jedem Kurs neben einem der Hauptleiter zwei angehende einheimische Kursleiter mitarbeiten konnten. Damit können Ende 2015 4 bis 5 angehende Kursleiter für selbständiges Arbeiten anerkannt werden. Diese Anerkennungen sind für Dezember 2015 vorgesehen.


Die Chancen, die sich einem Spitalpfarramt bieten, sind enorm

Wenn die Kirchen im Congo nun anfangen, in allen Spitälern Pfarrer anzustellen (und hoffentlich auch zu entlöhnen), dann bedeutet das viel für das Wohl des Landes:


Spitalpfarrer haben die Möglichkeit wie kaum jemand anders, Hilfsgruppen aufzubauen, die die mittellosen Kranken mit Nahrung (in Afrika ernähren die Familien ihre Kranken im Spital) und Geld für die Behandlung versorgen. Das bedeutet Lebensrettung für viele Menschen!!


Die Spitalpfarrer haben einen direkten Einblick in die vielen Dinge, die in den congolesischen Krankenhäuser als Folge der maroden Situation des Landes nicht gut laufen. Sie haben die Möglichkeiten, wo immer Übergriffe und Ungerechtigkeiten an Patienten geschehen, sich für die schwächere Partei einzusetzen (also eine Art Ombudsstelle einzunehmen).


Die Kirchen sind aufgerufen, sich an einem weiteren Ort einzusetzen und „Gutes tun“ zu vervielfältigen! 


Planungen

Zur Zeit läuft ein Sechswochenkurs in Kisangani wie oben erwähnt. Im Herbst dieses Jahres 2015 soll in Kinshasa und in Goma je ein weiterer Kurs stattfinden. Ab 2016 sind genügend einheimische Kursleiter vorhanden, so dass die Dienste von Jean-Claude Schwab und Klaus Völlmin (beide 73-jährig) nur noch in beratender Weise gebraucht werden. Es besteht die grosse Hoffnung, dass der der Hilfsorganismus Heal Africa die finanzielle Last eines Kurses pro Jahr übernehmen wird. Doch wichtig bleibt auch für die nächsten Jahre die finanzielle Unterstützung aus der Schweiz.


Die KG Gsteig unterstützt das Friedensdorf San José in Kolumbien und viele Projekte zahlreicher Hilfswerke

Friedensdorf San José in Kolumbien

eine Familie vor dem Haus
eine Familie vor dem Haus
ein neues Haus entsteht
ein neues Haus entsteht
Dorfstrasse nach Überfall
Dorfstrasse nach Überfall
Kinder
Kinder

„In gewissen Gegenden Kolumbiens die Wahrheit zu sagen, bedeutet den Tod zu suchen“.

Das Friedensdorf San Jos de Apartado in Kolumbien

„In gewissen Gegenden Kolumbiens die Wahrheit zu sagen, bedeutet den Tod zu suchen“.

 

Die Kirchgemeinde Gsteig und die Gruppe Saanenland von Amnesty International engagieren sich seit Jahren gemeinsam für das Friedensdorf San José de Apartado in Kolumbien.

Die vorhandenen Bodenschätze und die Lage unmittelbar an der Grenze zu Panama, machen die Region zu einer der gefährlichsten Zonen Kolumbiens. Seit 40 Jahren herrscht Bürgerkrieg. Militär, Paramilitär, Polizei, Guerilla und organisierte Kriminalität kämpfen mit wachsender Brutalität und vielen Toten, darunter auch Kinder.

Leidtragend ist die Zivilbevölkerung und Dörfer, wie San José de Apartado und andere Friedensdörfer. Friedensdörfer verzichten auf Waffen, Gewalt und geben keine Information an eine der Kriegsparteien.

Sicherheit entsteht durch die Information der Öffentlichkeit und das Engagement zahlreicher Gäste und Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland, so wie die Kirchgemeinde Gsteig, die jedes Jahr Informationen aus dem Friedensdorf erhält, ab und zu jemanden zu Besuch schickt, über Übergriffe und Überfälle auf das Dorf berichtet und einen Geldbetrag überweist und für Frieden in Kolumbien betet.

Nachrichten aus San José März 2011

FOURTEEN YEARS OF THE COMMUNITY WITH A NEW MURDER

We had taken time with all of the community together to reflect on our fourteenth anniversary: about our decisions, where we have said yes to life and no to death. On this anniversary we are faced with a new murder perpetrated by the paramilitaries with the complicity of the State security forces. The audacity of all that is happening is so evident that those who have at least some ethical principles can't avoid feeling profound anger and pain when faced with so much hypocrisy from a government and a State that talks one way and acts completely differently.

The acts that we are documenting for the world are so clear that they do not require any type of commentary or analysis. So many times the paramilitaries, in close collaboration with the State security forces, announced the murders they would commit, using lies to distort everything as they have always done. What was previously described is now being carried out.

We believe that those who, from many different places, walk side by side with our community, repudiate this horror and, just as we do, believe in standing up for life without backing down.

March 22, 2011, at 6:20pm, a motorcycle with two armed paramilitaries followed the car in which Jesús Emilio Tuberquia was traveling from Apartadó. They came close to the car several times and looked at him, they saw that he was accompanied by international people and they stayed in Tierra Amarilla. In that place they waited for BERNARDO RIOS LONDOÑO, who had met with Jesús Emilio minutes before in the bus terminal of Apartadó and was traveling by bicycle. The paramilitaries detained him in Tierra Amarilla and they murdered him at about 6:30pm. At that time there was an army checkpoint five minutes away, as well as two other State security forces checkpoints on that road.

BERNARDO was 27 years old, he had been in the community months before and he had left in order to live in the rural district of La Miranda where he resided and worked as a sawyer; his children and partner live in and are part of our community.

When the community found out about this murder, we went to retrieve his body so that we could hold his wake and burial in our community.

Those who sow death have tried to do away with us during these fourteen years and our stubborn struggle for life means we don't give in to them; with fear, powerlessness, fury at such impunity and complacency by the State in the face of so much horror, we take the position of building a different life now and in our community. As we celebrate fourteen years of civil resistance at Bernardo's funeral, his memory and those of so many others who have been murdered will give us the light that will help us continue on a path of hope, not bought off with payments but rather in dignity and commitment to life.


PEACE COMMUNITY OF SAN JOSE DE APARTADO

MARCH 23, 2011


Comunidad de Paz de San José de Apartadó
http://www.cdpsanjose.org

 

Kirchgemeinde Gsteig b. Gstaad

Pfarramt

Pillonstrasse 1

3785 Gsteig b. Gstaad

Pfarrer Peter Klopfenstein

033 755 20 01

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